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Puzzlespiel in Kambodscha: Franzosen bauen Tempel wieder auf


Die Tempelanlage Angkor Wat in Kambodscha am frühen Morgen. Wenn sich die Touristen auf den Weg machen, laufen die Arbeiten an einem anderen historischen Tempel in der Nähe bereits. Ein Archäologen-Team unter französischer Leitung zerlegte Baphuon in den 60er Jahren, um einem Einsturz zuvorzukommen. Die Experten besaßen detaillierten Pläne, mit denen das Bauwerk wieder zusammengesetzt werden sollte.

Doch unter der Schreckensherrschaft der Roten Khmer verwaiste die Anlage. Pascal Royère ist der leitende Architekt vom französischen Institut für Fernost (EFEO): „Fakt ist, dass die gesamten Archive aus den 60er und 70er Jahren von den Roten Khmer geplündert wurden, im April 1975 in Phnom-Penh. Darum waren wir mit einer Art dreidimensonalem Puzzle konfrontiert, einem Puzzle, dass wir zusammensetzen mussten, doch das Bild war verloren gegangen.“

Es kostete das 16-köpfige Team aus Frankreich 16 Jahre und 10 Millionen Euro um den Code zu knacken.Rund dreihunderttausend Sandsteine verschiedener Größen und Formen, die im nahegelegenen Dschungel abgelegt worden waren, wurden neu zusammengesetzt. Einige der ansässigen Steinmetze beteiligten sich schon in den 1960er Jahren an dem Projekt.Ihr Wissen erleichterte das Puzzlespiel enorm. Der Restaurator Ieng Te ist verblüfft: „Ich hätte nie gedacht, dass man den Tempel wieder rekonstruieren kann – so verwüstet wie er war.“

Die Markierungen auf den Steinen haben keine Bedeutung, da die Pläne verloren gegangen sind. Doch Stück für Stück schaffte es das Team, den Tempel wieder aufzubauen. Es ist eine mühsame Arbeit. Eine Arbeit, die Touristen auf der Tempel-Anlage aufmerksam verfolgen: „Es ist wirklich fantastisch, dass sie wussten, wie sie diese Steinblöcke alle wieder zusammensetzen mussten. Das ist bewundernswert.“

Der Baphuon-Tempel ist jetzt wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Jedes Jahr kommen rund eine Million Besucher nach Angkor. Mit der Fertigstellung des Baphuon-Tempels gibt es hier nun ein Bauwerk mehr, das man unbedingt gesehen haben muss.

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